agate
amber
amethyst
ametrine
aquamarine
alexandrite
bloodstone
beryls
citrine
diamond
chrysoberyl
emerald
garnets
tsavorite garnet
demantoid garnet
mandarin garnet
iolite
jasper
jade
kunzite
lapis lazuli
morganite
moonstone
onyx
fire opal
opal
peridot
ruby
spinel
fancy sapphire
sapphire
topaz
tourmaline
rubellite tourmaline
green tourmaline
paraiba tourmaline
yellow tourmaline
blue tourmaline
multicolored tourmaline
turquoise
tanzanite
quartz
zircon
 

 

home

pearls

gemstones

shop

contact

 

                           homepearlsgemstonesshopcontactabout usgallery

 

 

 
 

Der Citrin

Angenommen, jemand hat ein Moped gekauft, aber seine Bekannten sprechen ihn nun auf seine "tolle Rennmaschine" an. Dieser Jemand wäre sicherlich verwirrt oder würde sich verulkt fühlen. Ein Moped war doch genau das, was er für kurze Fahrten bei schönem Wetter haben wollte, und dann sagte selbst der Verkäufer, jetzt hätte er aber einen flotten Renner.

So ähnlich geht es bis heute dem Monatsstein für den November, dem Citrin. Viele Menschen kennen und lieben ihn unter dem Namen Goldtopas, auch Madeira- oder spanischer Topas, dabei hat er mit dem höherwertigen Edelstein Topas wenig gemeinsam - außer einigen Farbnuancen. So ist die Geschichte des Citrins eng mit der des Topases verknüpft und fließt in der Deutung der möglichen Wunderkräfte vollends zusammen. Citrin gehört aber in die große Familie der Quarze, die vom wasserklaren Bergkristall bis zum schwarzen Onyx den Edelsteinfreunden in ihrer Vielfarbigkeit und höchst unterschiedlichen Struktur zum Schmücken und Dekorieren fast alles bietet, was das Herz begehrt, und das nicht zu unerschwinglichen Preisen.

Der Name ist von der Farbe abgeleitet - dem Gelb der Zitrone -, obwohl die begehrtesten Steine ein klares, leuchtendes Gelb- bis Braunrot besitzen. Wie alle Kristallquarze hat der Citrin die Härte 7 in der Mohs'schen Zehnerreihe und ist damit gegen Kratzer weitgehend unempfindlich. Auch hartes Anstoßen wird er nicht gleich übelnehmen, da er keine Spaltbarkeit besitzt. Wenn auch die Lichtbrechung relativ niedrig liegt, haben doch die gelben Steine gerade den lieblich warmen Ton, der die letzte Glut des Herbstes eingefangen zu haben scheint. Wie goldener Rheinwein oder funkelnder Madeira, schwer und süß, schimmert Citrinschmuck und bringt in den trüben November einen Hauch Sonnenglanz.

Viele gelben Edelsteine gibt es nicht im Reich der Juwelen. Es kann ein Diamant oder Saphir sein - dann wird es teuer -, gelegentlich ein Turmalin oder Chrysoberyll, die jedoch eher zum Grün tendieren, ein Goldberyll und eben der Edeltopas, von dem später noch die Rede sein wird. Der Citrin erfüllt dagegen alle Farbwünsche von Zitronengelb bis Rötlichbraun.

Selten kommt freilich auch beim Quarz das Gelb in der Natur vor, wenn sich Spuren von Eisen im Siliziumdioxyd befinden. Historische Fundorte sind Spanien, die schottische Insel Arran, Frankreich, Ungarn und einige überseeische Abbaue. Möglicherweise wäre der Citrin heute kein Thema mehr, hätte man nicht schon Mitte des 18. Jahrhunderts herausgefunden, dass auch Amethyste und Rauchquarze durch sogenanntes Brennen gelb werden können. Diese Hitzebehandlung bei Temperaturen zwischen 470 und 560 Grad muss sehr behutsam erfolgen und setzt große Erfahrung voraus. Ihre Anwendung aber wurde im Laufe von 200 Jahren so selbstverständlich, dass die meisten heute im Handel erhältlichen Steine gebrannte Amethyste oder Rauchquarze sind. Nur ein geübter Fachmann kann an der unterschiedlichen Farbverteilung - wolkig beim Naturgelb, von zarter Streifung bei gebrannten Steinen - überhaupt die Hitzebehandlung erkennen.

Der Boom für die gelben bis rötlichen Kristallquarze setzte in Europa erst ein, als in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts die ausgewanderten Idar-Obersteiner Achatschleifer aus Brasilien und Uruguay mit Amethyst und Achat auch große Mengen Citrin in die alte Heimat schickten. So trugen die goldgelben Quarze mit dazu bei, dass sich Idar-Oberstein bis heute zu einem Weltzentrum der Edelsteine entwickelt hat. Wie sie es vom Achat und anderen Quarzarten gewohnt waren, gaben die Schleifer dem Citrin seinen Facettenschliff jahrzehntelang auf großen rotierenden Sandsteinen. Dabei wurde der Rohstein mit der bloßen Hand gehalten. Wer darüber einmal nachdenkt, bekommt eine Ahnung von der großen Geschicklichkeit der Hunsrücker Schleifer.

Die Zuführung ausreichenden Rohmaterials nach Europa kam gerade rechtzeitig zum beginnenden Umbruch der gesellschaftlichen Verhältnisse. Mit der Stärkung des Bürgertums wuchs das Schmuckbedürfnis breiterer Bevölkerungsschichten, und der Citrin eroberte sich seinen festen Platz. Da man bis dahin als goldfarbenen Edelstein im wesentlichen nur Topas kannte und verwendete, wurden die gelben und braunen Kristallquarze als Gold- und Rauchtopas oder mit dem ihre Herkunft bezeichnenden Doppelnamen schnell der Hit der Damenwelt. Sie fanden sich im Treppen- und Tafelschliff als Manschettenknöpfe und Ringe ebenso in der Ausgehgarderobe des feinen Herrn. Vielleicht spielte das Motiv "mehr Schein als Sein" anfangs mit eine Rolle. Aber der falsche Name hielt sich bei keinem anderen Edelstein so hartnäckig wie beim Citrin. Noch heute wird man bei Schmuckfreunden ohne Fachkenntnisse Erstaunen hervorrufen, wenn man ihnen sagt, dass ihr "Goldtopas" ein Citrin, also kein Topas, sondern Quarz, ist.

Wodurch unterscheidet sich aber nun der wirkliche Topas vom Citrin? Chemisch ein Fluor-Aluminiumsilikat, ist dieser Edelstein bedeutend härter, schwerer und hat eine höhere Lichtbrechung als Quarz, die ihm in guter Farbe mehr Feuer verleiht. Eine Schwäche ist nur seine gute Spaltbarkeit, die bei der Verarbeitung beachtet werden muss. Finden kann man ihn in allen Farben des Regenbogens, und bekannt ist er schon seit mindestens 2000 Jahren. Ob der Name auf Sanskrit oder Griechisch zurückgeht, ist nicht eindeutig zu beweisen, wobei die griechische Bezeichnung mit einer romantischen Geschichte verknüpft ist. Schiffbrüchige Piraten sollen den Stein auf einer sagenhaften Insel im Roten Meer entdeckt haben - "topazos" heißt: gesucht und gefunden. Die Römer weihten den Topas dem Jupiter.

Sein häufigster Farbton ist gelb, und so kommt er auch in einem der bedeutendsten deutschen Edelsteinfelsen, dem Schneckenstein in Sachsen, vor. Im 18. Jahrhundert wurde er dort über 60 Jahre lang bergmännisch abgebaut. Die meisten Kristalle waren jedoch kaum einen Zentimeter groß. Da musste man schon nach Sibirien oder Brasilien gehen, um faustgroßen Kristallen zu begegnen. Von der Schönheit geschliffener Exemplare kann man sich beispielsweise in der Topas-Garnitur im Grünen Gewölbe in Dresden überzeugen. Der riesige herrliche Topas der portugiesischen Krone, der Braganza, wurde sogar lange als Diamant angesehen.

In der Mystik wird dem Topas kühlende, blutstillende und appetitanregende Wirkung zugeschrieben. Er soll bei seinem Träger Traurigkeit, Zorn und nächtliche Furcht vertreiben, vor Giften warnen und vor plötzlichem Tod bewahren. Männer macht er angeblich schön und intelligent, sterile Frauen fruchtbar und fröhlich. Auf eine Wunderkraft verlasse man sich aber lieber nicht, wenn behauptet wird, man könne seine Hand in siedendes Wasser, in das ein Topas geworfen wurde, tauchen und unbeschadet wieder herausziehen.

Im Empire war der Topas noch weit verbreitet, aber dann löste ihn buchstäblich der preiswertere Citrin ab und übernahm sogar seinen Namen. Seitdem ist der Topas im Schmuckhandel ein Exot und bekam die Zusatzbezeichnung edel, um klar zu machen, wenn man wirklich den Topas und nicht den "Quarz-Topas" meint. Auf sein Comeback wartet er bis heute.